Start Athleten Trainings - Blog Der lange Weg nach Immenstadt ::von Fritz::

Der lange Weg nach Immenstadt ::von Fritz::

Allgäu Classic am 23.07.2011 – Triathlon über die Mitteldistanz in Immenstadt

So jetzt war es also soweit – am Samstag den 23.07 startete ich zu meiner ersten Mitteldistanz, in meiner ersten Triathlon Saison, in Immenstadt im schönen Allgäu.

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Prinzipiell hätte ich es ja fast nicht für möglich gehalten. Wie es wahrscheinlich vielen geht, hatte mich bis dato die erste Disziplin davon abgehalten schon eher den Versuch zu wagen, bei einem Triathlon zu starten.
Nach hartem Kampf über den Winter hinweg, konnte ich nun aber endlich zaghafte Fortschritte beim Kraulen feststellen, nach dem ich im Dezember noch atemlos und dem untergehen nahe nach 25m kapitulieren musste.
Da sich die Schwimmphobie nun doch etwas gelegt hatte und es begann so richtig Spaß zu machen fiel nun der Entschluss es zu probieren.
Jetzt kam ein Freund bzw. damals noch eher ein flüchtiger Bekannter ins Spiel. Dieser wollte bei der Mitteldistanz in Immenstadt starten, und fragte mich, ob ich nicht auch mitkommen würde.
Im Rausch meiner schwimmerischen „Erfolge“, dachte ich mir das radfahren und laufen bringe ich auch noch zusammen und sagte ja.

Ab diesem Zeitpunkte wusste ich ein Konzept fürs Training muss her, wenn ich schon so viel Zeit für das Training opfern würde. Außerdem musste ich dringend Vorbereitungswettkämpfe bestreiten, um nicht vollends unterzugehen in Immenstadt.

Das Training oder der Weg dort hin

An dieser Stelle bin ich auf Ralf und die Laufstilanalyse aufmerksam geworden und schnell waren wir uns einig und ein Trainingsplan mit meiner Mitteldistanz als Höhepunkt war erstellt.
Der Trainingsplan war, wie sich später noch bemerkbar machen sollte perfekt aufgebaut.
Er begann mit ruhigen Grundlagen Ausdauer Einheiten bis hin zu Starts bei kleineren Wettkämpfen wie z.B. den Duathlon in Sulzbach-Rosenberg bzw. einem Jedermann Triathlon in Weiden.
Die erste größere Herausforderung war der Start über die Olympische Distanz in Kallmünz. Doch auch hier waren nicht unbedingt persönliche Bestzeiten das Ziel (was aber natürlich leicht war, da ich noch nie über eine solche Distanz gestartet war..) sondern einfach ein gesteigertes Training und einfach mal Wettkampfbedingungen schnuppern.

Zusätzlich zu diesen Einheiten des Trainingsplans, standen auch immer Übungen zur Rumpfstabilisierung auf dem Programm. Diese „Halteübungen“ für die Rumpfmuskulatur gaben, kontinuierlich durchgeführt, das Rüstzeug längere Belastungen ohne Haltungsschmerzen durchzustehen und haben mir persönlich allgemein zu einem besseren Wohlbefinden auch abseits des Sports beigetragen.

Es ist auch anzumerken, dass man mit einem strukturierten Trainigsplan erst merkt, was man als normaler Hobbysportler alles falsch macht. Prinzipiell habe ich zuvor immer mit einer viel zu hohen Intensität trainiert und war regelmäßig nach dem Training ausgebrannt und fertig.
Abgesehen von allem anderen, war das die größte Bestätigung für mich das dieser Trainingsplan für mich optimal war. Ich war zu keinem Zeitpunkt ausgebrannt oder verspürte aufgrund der Belastung keine Lust mehr zum Training.

Dies war auch nötig, da ich jetzt erst bemerkte auf welchen Wettkampf ich mich eingelassen hatte.
Eine Mitteldistanz reicht für einen Neuling an sich schon mal, dass hier aber auch noch 1200 Höhenmeter auf der Radstrecke zu bewältigen waren, flößte mir dann aber schon gehörigen Respekt ein.
Aber ich war fit und guter Dinge.

Jetzt aber noch kurz zum Wettkampfverlauf:

Da ich jetzt weiß, dass der Wetterbericht in letzter Zeit doch ziemlich oft richtig liegt, kündigte sich also ein Wettkampf unter Dauerregen an. Na toll – aber was solls.
Der Vorabend versprach bei durchwachsenen Sonnenschein noch eine kleine Chance am nächsten Tag einen trocken Wettkampftag zu erleben, aber nach dem ich am Samstag wach wurde und die ersten Autos durch die Pützen fahren hörte wars mit der Euphorie wieder vorbei.
Gut es regnete in der Früh nicht mehr, aber es sollte nur eine Frage der Zeit sein. Pünktlich zum Startschuss im kalten Alpsee und bei Temperaturen von ca. 10 Grad fing es wieder an zu regnen.
Jetzt hatte also mein großes Abenteuer begonnen.
Kurz zu meiner Renntaktik. Ich wollte mich beim schwimmen und beim radfahren ein bisschen zurückhalten. Erstens weil beim schwimmen eh nur eine ca. 2 Minuten bessere Zeit drinngewesen wäre, und zweitens ich als eher nicht so guter Läufer mein Lauftempo von 5.00- 5.20 durchhalten wollte.

Schwimmen

Das schwimmen war in dem großen Alpsee nach meinem Erlebnis in Kallmünz, wo Freiraum ein Fremdwort ist, kein großes Problem. Eher der Hügel den es danach zu erklimmen galt, um in die Wechselzone zu gelangen. Schon hier deutete sich an was noch auf uns zukommen würde. Der Dauerregen hatte das Hüglchen unter dem Ansturm der Athleten in einen Schlammhaufen verwandelt.

Beim ersten Wechsel des Tages passierte mir meine erste Fehlentscheidung. Aufgrund der Temperaturen hatte ich mich schon für ein Kompressionsshirt unter dem Zweiteiler entschieden aber aufgeheizt vom schwimmen griff ich dann im Wechselbeutel nur noch zu einer armlosen Laufweste. Das sollte ich noch bereuen.

Radfahren

Bei strömenden Regen gings ab auf´s Rad und nach kurzen einrollen kam dann gleich der Kalvarienberg. 500m mit 15-19% Steigung. Hier war trotz dem schlechten Wetter die Stimmung einmalig und unter dem Klang der Ratschen und Kuhglocken stemmten wir uns den Berg hinauf.

Dann gings raus ins schöne Allgäuer "Hügel"-Land und bei Kilometer 20 erst mal für 3,5 Kilometer bergauf. Ach ja es regnet noch immer! Auf ca. 1100m war´s dann auch nicht mehr ganz so „warm“ und hier bemerkte ich dann auch zum ersten mal das es verdammt kalt war und eine einfache Regenjacke Gold wert gewesen wäre.
Bei den Abfahrten hatte ich dann schon eine Schrecksekunde, da ich meinte, an meinem Rad stimmt irgendwas nicht. Es stellte sich aber heraus, dass ich nur am ganzen Körper zitterte und dadurch in der Aeroposition nicht die nötige Stabilität aufbringen konnte.
Oh Mann wie freute ich mich schon wieder auf die Anstiege der zweiten Runde damit einem wieder warm wurde.
Doch dann kam die zweite Runde und nach dem zweiten mal Kalvarienberg stellte sich irgendwas in mir um. Ich fühlt mich immer noch super, trotz des Wetters und plötzlich genoss ich es gegen den Wind und den regen zu fahren, das Wasser an einem runterlauf zu spüren, und wenn der Regen wieder mal zu einem richtigen Wolkenbruch ausartete musste ich auch noch grinsen.
Jetzt erst recht war meine Einstellung und diese zweite Runde fahr ich fertig und wenns mich runterfriert.
Oh Mann wie bescheuert muss man eigentlich sein….:)….

Laufen

Der zweite Wechsel war unter der Bedingung, dass ich mich fast nicht mehr bewegen konnte ein Drama. Bücken? Ja schon aber wie soll ich wieder hochkommen? Da Schuhe mit klammen bewegungsunfähigen Fingern an zu ziehen war wieder eine der unzähligen Herausforderungen des heutigen Tages.
Mit einem linken Holzfuß  und mit eingefrorene Füßen (na ja Socken beim radfahren wären auch nicht schlecht gewesen) gings los.
Ich brauchte  5- 6 Kilometer um wieder „rund“ laufen zu können. Dann war es aber kein Problem mehr. Die wirklich sehr schöne und kurzweilige Laufstrecke konnte ich in meinem vorgenommenen Tempo locker zurücklegen.

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Zieleinlauf

Endlich Zieleinlauf. Nach einer letzten Runde im vollen Stadion hatte ich überglücklich mein Saisonziel erreicht und finishte die „29. Allgäu Classics“ in Immenstadt mit 5:21:50.
Das schönste war, dass ich zwar schwere Beine hatte aber wirklich in einer sehr, sehr guten Verfassung war. Ja ich behaupte sogar beim laufen und vor allem beim radfahren wäre heute mehr drinnen gewesen.
Aber der Respekt vor der ersten Mitteldistanz und der Radstrecke waren glaube ich schon ganz in Ordnung.

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich nochmal bei Ralf bedanken, für den wirklichen tollen Trainingsplan, der wirklich top auf mich abgestimmt war.

PS: Viele meiner Freunde fragten mich ob ich danach krank geworden bin. Nur so viel: Ans krank werden hatte ich nicht einen Gedanken verschwendet und auch wirklich nichts abbekommen. Ein weiteres Zeugnis wie ich finde, dass ich dank Ralf, top vorbereitet gestartet bin.

 

 
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