Start Athleten Trainings - Blog Ironman Regensburg - und ich war wirklich dabei ::von Manfred::

Ironman Regensburg - und ich war wirklich dabei ::von Manfred::


ironman_regensburg_manfredNoch immer versuche ich zu begreifen was in den letzten 6 Wochen vor sich ging. Angefangen hat alles an unserem "Olympiastützpunkt" vor ziemlich genau 6 Wochen. Ralf sagte zu mir "Mane, du startest beim Ironman". Es war morgens kurz vor 9 Uhr, direkt vorm Schwimmtraining. Komischer Scherz, dachte ich mir noch etwas verschlafen. Doch als ich ein paar Minuten später mit den Langdistanzlern trainierte wurde mir langsam klar, dass war ernst gemeint. Ich durfte für die Brauerei Bischofshof zusammen mit der MZ beim Ironman Regensburg starten. Leichtsinnigerweise habe ich nach dem Schwimmtraining gleich gesagt, dass ich dabei bin. Zeit für eine ausgiebige Vorbereitung war nicht mehr. Ralf hat sofort meinen Trainingsplan umgestellt, schon am nächsten Tag ging’s los. Puh, die Umstellung war anfangs ganz schön hart. Plötzlich lange Koppeleinheiten meist bei weniger gutem Wetter waren eine große Herausforderung. Aber trotzdem hat es fast immer Spaß gemacht. Nebenbei sollte ich noch zur Arbeit gehen und hatte Termine mit den Sponsoren des Ironman-Projekts. Zum Glück war ich nicht alleine. Tobi beteiligte sich ebenfalls. Die Wochen bis zum Ironman vergingen wie im Flug. Die Tagesabläufe waren von Essen, Schlafen, Trainieren und Arbeiten geprägt. Zwischendurch immer wieder mit Ralf abstimmen. Je nach meinem Befinden lenkte Ralf das Training wieder in die richtige Richtung. Das erste Mal zum Nachdenken kam ich eigentlich erst in der Taperingphase. Dann war er plötzlich da, der Tag der Wahrheit.

Die Anfahrt - Der Start


Während der Fahrt zum Guggi war meine Stimmung zunächst am Boden. Starker Regen dominierte den Tagesanfang, nicht gerade ein Traumwetter für einen Ironman. Aber das Wetter kann man sich nun mal nicht aussuchen. Also Augen zu und durch. Obwohl ich bereits um 5:25 Uhr an den See kam verging die Zeit bis zum Start rasend. Um 6:45 Uhr stand ich nach kurzer Begrüßung meiner Familie mit Neo gedankenversunken am Seeufer und habe mich mental auf den langen Wettkampf vorbereitet. Das fiel zum Glück sehr leicht. Mit Musik und Klatschen machten die vielen Zuschauer bereits super Stimmung. Als noch kurz vorm Start die Nationalhymne gespielt wurde, war die Spannung am Höhepunkt und die Freude auf den langen Tag riesig. Dann endlich der Start. Zusammen mit den Teamkollegen von laufstilanalyse.de ging es ins Wasser. Das Schwimmen war für mich sehr heftig. Es war brutal eng beim Start, überall Schläge und Tritte. Nach 300m zog sich das Feld etwas auseinander. Aber bei jedem Umschwimmen von Bojen das Gleiche. Das Gedränge begann erneut und man musste jeden Zentimeter im Wasser verteidigen. Nach der letzten Boje konnte ich mich seitlich vom Feld lösen und bin die letzten ca. 900m alleine am Ufer entlang bis zum Ausstieg geschwommen. Ich wollte keine weiteren Schläge mehr riskieren.

Der Wechsel aufs Rad

Die erste Disziplin war erfolgreich gemeistert. Jetzt ging es ins Wechselzelt. Aber was zieh ich bei diesem Wetter nur an? Keiner wusste was er machen sollte, alle haben gezögert. Ich entschied mich für etwas mehr Lagen und hatte dadurch einen sehr langen ersten Wechsel. Egal, Ziel war ja das Ziel. Das Aufsteigen aufs Rad war wieder so ein Moment den ich so schnell nicht vergessen werde. Eine riesige Menschenmenge steht am Ausgang der Wechselzone und unterstützt uns lautstark. Die ersten Meter fuhren wir nur durch einen Tunnel aus Menschen und das trotz des schlechten Wetters. Die erste Runde musste ich mich stark zurück halten, die meisten sind sehr schnell losgefahren. Viele überholten mich. Doch schon am Ende der ersten Runde wurden einige deutlich müder und ich konnte wieder viele Plätze gut machen. Nach 90km kam ein Blitzstop um meine Verpflegung für die 2. Hälfte aufzunehmen. Kaum stand ich an der Verpflegungsstelle hat das laufstilanalyse.de-Team schon meine Flaschen gewechselt, super! So konnte ich mit frischen Getränken zum zweiten Mal nach Brennberg hochfahren. Ich habe mich immer noch zurück gehalten und konnte locker hochkurbeln. Oben angekommen wurde es Zeit etwas flotter zu fahren. Doch ca. bei Kilometer 130 konnte ich vorne nicht mehr vom kleinen zum großen Kettenblatt hoch schalten. Meine Schaltung hat das bereits vorher beim Runterschalten mit lautem Krach angekündigt. Im ersten Moment dachte ich jetzt ist alles kaputt. Aber mein Rad fuhr noch. Nach einigen Kilometern mit kleinem Kettenblatt entschied ich mich anzuhalten und half mit der Hand nach. Dabei konnte ich sehen, dass der Umwerfer sehr unter der nassen Fahrt leiden musste. Sogar Grashalme haben sich darum gewickelt. Als ich diese weitestgehend entfernt hatte funktionierte die Schaltung wieder einigermaßen. Zwar gab sie immer noch jedes Mal ordentlich Geräusche von sich, aber ich konnte wieder schalten und relativ unbeeinträchtigt den Rest der 180km zu Ende fahren. Die letzten 20km nahm ich wieder Tempo raus, die Beine fühlten sich zwar noch ganz OK an, aber der Respekt vor dem Marathon war zu groß.

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MARATHON (Laufen)

An der Wechselzone am Dultplatz wurde ich bereits von einigen Bekannten erwartet. Die Stimmung war auch hier super und die Freude auf den Marathon groß. Sogar die Helfer in der Wechselzone haben mich lautstark unterstützt. Beim Rauslaufen aus dem Wechselzelt konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Eine riesige brüllende Menschenmasse die kein Ende nahm. Es dauerte fast einen Kilometer bis ich mich erinnerte, dass ich mein Tempo kontrollieren muss. Ich war natürlich viel zu schnell unterwegs. Aber nach ein paar Kilometern hatte ich meinen Rhythmus gefunden den ich auch gut bis Kilometer 30 halten konnte. Ab da hatte ich leichte Probleme mit der linken Wade, aber mit etwas zusätzlichem Salz und kurzen Gehpausen an den Verpflegungsstationen konnte ich auch dieses Problem wieder in den Griff bekommen. Nach 34 Kilometern die letzten Infos von Ralf. "Egal was ist, du bleibst unter 12 Stunden, genial! Riskier nichts mehr und genieß die letzten Kilometer", waren seine Worte. Genau das machte ich. Die letzten Kilometer habe ich so richtig genossen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits 218 Kilometer hinter mir lagen waren das die schönsten Laufkilometer meines bisherigen Lebens! Der Zieleinlauf hat dem Tag noch einmal die Krone aufgesetzt. Alle waren sie da, meine Familie, Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen, Bekannte und natürlich das laufstilanalyse.de Team. Die Strapazen der letzten Stunden waren vergessen. Nun war ich ein überglücklicher Ironman der noch dazu relativ fit und v.a. gesund ins Ziel gekommen ist. Nur eine leichte Unterkühlung bereitete mir etwas Probleme.

D A N K E

Ralf bzw. laufstilanalyse.de hat wieder einmal das Beste aus dem schwierigen Unterfangen Ironman in dieser kurzen Zeit rausgeholt und mir die Sicherheit gegeben, dass ich das schaffen werde. Das Einzige das ich machen musste war eigentlich meine 3 Disziplinen nach Plan zu absolvieren. Vielen Dank!!! Neben meinen Fans an und abseits der Strecke möchte ich mich auch bei der MZ (federführend für die Artikel Bettina Mehltretter) für die Begleitung und Aufmunterung der letzten Wochen, bei der Brauerei Bischofshof für die optimale Versorgung, bei Iron Trizone für die perfekte Radanpassung und bei Lauf und Berg König für die genialen Schuhe und das Laufoutfit bedanken. Nicht vergessen möchte ich unseren Schwimmtrainer Anton Held, unseren Mentalcoach Jürgen Reiser und das ganze laufstilanalyse.de-Team für den weltklasse Support. Anton hat meine Schwimmzeit sehr genau vorausgesagt!!! Einen weiteren wichtigen Part für mein erfolgreiches Finish hatte Caroline Rauscher mit ihrer Ernährungsberatung und den Nutritional Finetuning Produkten.

Dankeschön!

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