Start Athleten Trainings - Blog Challenge Walchsee – der Höhepunkt kurz nach dem Ironman ::von Mane::

Challenge Walchsee – der Höhepunkt kurz nach dem Ironman  ::von Mane::

LaufSchon im Dezember 2010 viel die Entscheidung über meinen Start bei der Challenge Walchsee. Zugleich sollte das mein Saisonhöhepunkt werden. Doch mit dem spontanen Ironmanstart lief die Saison anders als geplant. Die Zweifel waren groß, ob ich nur 4 Wochen nach dem Ironman wirklich wieder fit genug für einen Saisonhöhepunkt bin. Trotzdem war es mir wichtig daran festzuhalten. Nach dem Ironman brauchte ich erst einmal 10 Tage zur Regeneration bevor ich langsam wieder versuchen konnte ins Training zu finden. Schnell war der Spaß wieder da und damit das Gefühl, dass ich erholt genug bin um meine gewünschte Zielzeit erreichen zu können. Doch bei Einheiten länger als 2 Stunden merkte ich, dass ich mental noch nicht frisch genug war und es ein harter Kampf am Walchsee werden wird, vermutlich härter als beim Ironman. Deshalb machte ich neben meinem normalen Training sehr viel mentales Training um eventuellen "Ich mag mich nicht mehr quälen"-Gedanken während des Wettkampfs etwas entgegen setzen zu können.

die Anreise

Schon am Freitag reisten wir nach Tirol. Zusammen mit John übernachtete ich etwas abseits vom Trubel auf einem Berg, aber den Walchsee immer im Blick! Nach den Streckenbesichtigungen war klar, das wird kein einfaches Rennen, aber die wunderschöne Landschaft entschädigt sicherlich so manche Schmerzen auf dem Weg ins Ziel.

 

das Rennen

Gestartet wurde in mehreren Startwellen. Ich war um 8:10Uhr an der Reihe, nach den Profis und den Frauen. Beim Schwimmen hatte ich die ersten ca. 1400m ein super Gefühl. Ich konnte meine Frequenz hoch halten und kam gut voran. Beim Umschwimmen der Bojen konnte ich sehen, dass ich ganz gut in meiner Startgruppe dabei war. Doch etwa 500m vorm Ausstieg schwamm ich auf den hinteren Teil des Frauenfeldes auf. Daran hatte ich vorher überhaupt nicht gedacht. Die Frauen tauchten plötzlich aus dem Nichts vor mir auf und ich fühlte mich irgendwie mit dieser Situation überfordert. Nach kurzem Überlegen begann ich langsam einen Überblick zu bekommen um einen Weg durch die Mädels zu finden. Leider hat mich das vollkommen aus meinem Rhythmus gebracht und ich verlor wertvolle Zeit bis zum Ausstieg. Am Ende war meine Schwimmzeit deutlich schlechter als geplant. Deshalb kamen mir schon im Wechselzelt die ersten Zweifel über den Start, so kurz nach dem Ironman, auf.

Radmentales Radfahren

Noch immer enttäuscht über meine Schwimmzeit ging's auf die anspruchsvolle Radstrecke. Bereits nach 10km brannten meine Oberschenkel obwohl die Berge noch nicht mal begonnen hatten. Verdammt, der Ironman macht mir wirklich noch zu schaffen. Beim Check am SRM sah ich, dass ich mit kaum mehr Leistung unterwegs war als beim Ironman, weit entfernt von meinen angedachten Werten. Es war höchste Zeit meine antrainierten mentalen Techniken zu testen. Ich erhöhte meine Leistung etwas über den Wert, den ich mir vorgenommen hatte um auch die ersten langsamen 10km wieder auszugleichen. Es hieß jetzt alles oder nichts, an das Laufen wird erst ab der Wechselzone wieder gedacht. Kaum zu Glauben, aber das mentale Training hat es mir wirklich möglich gemacht diese Leistung die restlichen 80km zu halten. Es war zwar ein ständiger Kampf, aber er war erfolgreich. Die Radstrecke war sehr schön zu fahren. Trotz der relativ vielen Höhenmeter war es ein angenehmer Wechsel zwischen Bergauf-, Bergab- und Flachpassagen.

Laufen (und Leiden)

In der Wechselzone angekommen war ich sehr gespannt wie sich die Beine nach den ersten Metern auf der Laufstrecke anfühlten. Es war ein lockeres Gefühl. Jetzt ist alles wieder super dachte ich mir. Doch etwas zu früh gefreut. Schon nach wenigen 100 Metern spürte ich starke Schmerzen im unteren Rücken. Ich habe immer wieder versucht den Rücken etwas lockerer zu bekommen, aber nichts half. Mit jedem Schritt ein stechender Schmerz. Bei Kilometer 3 bin ich am Rand der Laufstrecke stehen geblieben und hab mir gesagt, das war's jetzt. Noch 18km schaffst du das nicht in dem Zustand. Es geht doch nicht so kurz nach dem Ironman...! Aber irgendwie konnte ich ein DNF nicht akzeptieren und lief weiter. Erneut konnte ich durch mentale Stärke diese sehr schwierige Phase überwinden und fand immer mehr in meinen Laufschritt. Nach der Hälfte des Halbmarathons spürte ich, dass die bergige Laufstrecke und die drückende Schwüle der Muskulatur stark zusetzt. Immer mehr Athleten mussten wegen Krämpfen oder Übelkeit stehen bleiben, genau wie ich in St. Pölten. Ich wollte keinesfalls dass sich das wiederholt. Ich begann zu rechnen...! Wenn ich die 3. Runde etwas langsamer laufe, dafür keine Krämpfe bekomme und in der 4. Runde wieder Gas gebe reicht es für meine gewünschte Zielzeit. Trotz leichten Krämpfen auf den letzten Metern vorm Ziel konnte ich sogar noch etwas mehr als 2 Minuten zusätzlich rauslaufen.

Fazit

Trotz einer langen Saison und dem Ironman kurz vorher konnte ich die Challenge Walchsee dennoch zu meinem persönlichen Highlight machen. Dabei habe ich aus den Fehlern von St. Pölten gelernt und meine Endzeit deutlich verbessern können, obwohl die Strecke um einiges anspruchsvoller war. Möglich gemacht hat dies das sehr strukturierte und perfekt auf mich zugeschnittene Trainingskonzept von Ralf. Ich freue mich bereits jetzt auf die neue Saison 2012 mit laufstilanalyse.de.

Bilder

Rad

Lauf

Ziel

 
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