Start Athleten Trainings - Blog Im 15 Monaten vom Couch-Potato zum IRONMAN ::von Christian Böhm::

Im 15 Monaten vom Couch-Potato zum IRONMAN ::von Christian Böhm::


Als ich mich am 05.04.2011 morgens, nach zwei Familienfeiern in Folge, auf meine Waage stellte und diese 97kg anzeigte, startete ich ohne es zu wissen das Projekt IRONMAN. Ab diesem Tag begann ich mit Sport und einer kalorienbewussten Ernährung.

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Nach ca. 7 Wochen, am 28.05.2011, zeigte die Waage bereits nur noch 83kg und aus meinen Aufzeichnungen konnte ich bereits 200 Laufkilometer und 500 Radkilometer entnehmen. An diesem Samstag startete ich auch beim Landkreislauf Schwandorf für das Laufteam Caritas. Dies war gleichzeitig mein erster Laufwettkampf und es machte irre Spaß.
Am 21.06.2011, während meines Italienurlaubs, ging ich, aufgrund meiner Begeisterung, sogar kurzentschlossen beim 13km Beach Running in Cavallino an den Start.
Kurzerhand meldete ich mich auch noch für den Duathlon „Volksdistanz“ in Hersbruck am 11.09.2011 an und finishte dort als 13ter. Für dieses Event benötigte ich im Vorfeld noch einen Aeroaufsatz, einen Triathlonsattel und eine vernünftige Sitzposition auf meinem Rennrad. Dieses Equipment lies ich mir von Ludwig Eglmeier, einem der Eigentümer der Iron TriZone in Regensburg, montieren. Während der Montage kamen wir auf das Thema „Trainer“ zu sprechen und Ludwig sprach in den höchsten Tönen von Ralf Preissl dem Gründer von laufstilanalyse.de.

Hier ein Vorher- und Nachher-Bild:

 

boehm_ironman_vorher_nachher

Das Saisonhighlight 2011 war jedoch der Halbmarathon von Schnaittenbach nach Weiden, dieser war für den 25.09.2011 angesetzt. An diesem Tag zeigte die Waage nur noch 65kg, 32kg weniger als noch 6 Monate zuvor. Neben einer eisernen Disziplin bei der Ernährung hatten insgesamt 1.600 Laufkilometer sowie 1.200 Radkilometer zum Erreichen meines Idealgewichts beigetragen. Im Ziel konnte ich die Zeit von 1 Stunde 29 Minuten 18 Sekunden ablesen, dies bedeutete den 28igsten Gesamtplatz und den 1sten Platz in der Altersklasse M30. Von Endorphinen beflügelt verkündete ich meinen Begleitern mein Hauptziel 2012, den „IRONMAN“.

 

laufstilanalyse und ich:

Am nächsten Tag kontaktierte ich sofort Ralf Preissl und arrangierte mit ihm ein Treffen. Am 28.09.2011 war es dann soweit. Ralf und ich besprachen die Ziele und die Vorgehensweise. Auch die Chemie zwischen Ralf und mir passte sofort.
Anfang Oktober erhielt ich meinen ersten Trainingsplan von Ralf und ich startete mit dem IRONMAN-Training.
Das erste Wettkampfevent mit laufstilanalyse.de war der Nikolauslauf in Regensburg. Den 03. – 10.03.2012 verbrachten wir im gemeinsamen Trainingslager auf Fuerteventura.  Meinen ersten Triathlon bestritt ich am 01.05.2012 beim Citytriathlon in Amberg, gefolgt von dem IRONMAN 70.3 in St. Pölten, dem Oberpfälzer Seenland Triathlon in Steinberg und dem Chiemsee Triathlon. Ein zweites privates Trainingslager absolvierte ich in der Zeit vom 09. – 23.06.2012 am Gardasee.  Auch die mehrmaligen Gruppenevents (wie z. B. Koppeltraining, interner Triathlon, Advanced Performance Run usw.), ebenfalls durch laufstilanalyse.de organsiert, waren immer wieder Highlights.
Aber die Vorbereitung bestand nicht nur aus positiven Eindrücken, so zwangen mich ab dem 07.01.2012 muskuläre Probleme in der Oberschenkelrückseite rechts zur einer 6-wöchigen Zwangspause beim Laufen. Nach einer MRT und mehreren Besuchen beim Orthopäden bestätigte sich der Verdacht von Ralf „Muskuläre Dysbalance“. Anfangs sah ich das Ziel IRONMAN schon scheitern, doch durch die positiven Zusprüche von Ralf und das von ihm auferlegte Dehnprogramm, konnte ich im Trainingslager auf Fuerteventura wieder mit leichtem Lauftraining beginnen. In solchen Situationen erkennt man einen wirklich guten Trainer, da trennt sich die Spreu vom Weizen.
Im Zeitraum von Oktober 2011 bis Juli 2012 absolvierte ich, unter Beobachtung von Ralf Preissl, 1.200 Lauf-, 6.000 Rad- und 170 Schwimmkilometer.
Am Freitag den 13.07.2012 reiste ich bereits in Zürich an, holte meine Startunterlagen ab, besuchte die Messe, nahm an dem Race-Briefing teil, bezog mein Hotel und stärkte mich abends bei der Pasta Party. Am Samstag, nach einem kurzen Morgenlauf und einem ausgiebigem Frühstück checkte ich nochmal das Material, packte meine Wechselbeutel gefolgt von einem Tapering auf dem Rad. Ein absolutes Highlight an diesem Tag war, auch noch das spontane Autogramm auf meiner Startnummer sowie das Handshake, während des Bike check-in, mit dem 6-maligen IRONMAN Schweiz Gewinner Ronnie Schildknecht.

Samstag abends nochmals Carboloading mit meinem 11-köpfigem Supporter-Team.

laufstilanalyse.de

Am Sonntag den 15.07.2012 war es dann soweit, RACE DAY. Um 3.30 Uhr klingelte der Wecker. Nach einem kohlenhydratreichen Frühstück fuhren wir um 4.30 Uhr mit dem Taxi zur Landiwiese in Zürich. Ab 5 Uhr durften wir in die Wechselzone und ich bereitete meinen Wechselplatz vor. Anschließend so gegen 6 Uhr wanderten wir zum Schwimmstart, wo ich mir in Ruhe meinen Neo anzog. So gegen 6.45 Uhr verabschiedete ich mich von meinen Begleitern und suchte mir einen guten Platz an der Startlinie.

Um 6.55 Uhr starteten die Profis und um 7 Uhr fiel für uns der Startschuss.

 

Das Rennen:

Schwimmen:

boehm_ironman_swim


Die Schwimmstrecke wurde in zwei Runden, mit einem zwischenliegenden Landgang, absolviert. Da jedoch 1.750 Starter zeitgleich ins Wasser gingen konnte von Schwimmen keine Rede sein. Das Wasser brodelte. An wasserfassen war gar nicht zu denken, eher menschenfassen. Mir kam das Ganze wie ein Kampf ums Überleben vor. Während der ersten Schwimmrunde ging mir immer wieder folgendes durch den Kopf: „Aufpassen auf die Schwimmbrille, möglichst wenig Schläge kassieren und an der Wasseroberfläche bleiben.“ Ab dem Landgang zerrte sich das ganze Feld etwas auseinander und ich konnte einigermaßen einen Rhythmus finden. Nach 1 Stunde 18 Minuten stieg ich dann, als 789igster, aus dem Wasser.

Radfahren:

laufstilanalyse.de


Nach einer Wechselzeit von 6 Minuten 40 Sekunden stieg ich am Ende der Wechselzone auf das Rad. Die ersten 30 Kilometer entlang des Zürichsees benutze ich, wie mit Ralf besprochen, zum Einkurbeln. Ein Blick in den Himmel verhieß nichts Gutes, schwarze dunkle Wolken zogen auf. Auf dem Berg „The Beast“ öffnete der Himmel seine Schleusen, sogar mit leichtem Hagel. Beim anschließenden Bergabfahren begann ich zu frieren und so entschloss ich mich mehr Druck auf das Pedal zu geben um den Puls hochzuhalten. Dies funktionierte auch recht gut. Nach den ersten 90 Kilometer wartete schon mein Bruder Matthias mit meinen Kumpels Andre und Rainer auf dem „Heartbreak Hill“, um mich mit vollen Trinkflaschen, gefüllt mit Caro`s Hypo (Rats-Apotheke Kelheim), zu versorgen. Andre rief mir noch zu „Christian, du liegst super in der Zeit“. Von diesen Worten beflügelt ging es in die zweite Radrunde. Auch in dieser Runde konnte ich richtig schön Druck machen. Nach 180 Kilometern stieg ich als 480igster, mit einer Zeit von 5 Stunden und 37 Minuten, vom Rad, somit hatte ich beim Radfahren 309 Plätze gut gemacht.

Laufen:


Für den Wechsel vom Radfahren zum Laufen benötigte ich 2 Minuten. Nun war ich in meiner Lieblingsdisziplin angelangt. Ich versuchte mich auf dem ersten Kilometer der Laufstrecke etwas zurückzuhalten. Was mir eigentlich auch ganz gut gelang, im Vergleich zu anderen Wettkämpfen. Ein Blick auf meine Uhr zeigte mir eine Pace von 5 Minuten pro Kilometer, was nicht ganz mit den Vorgaben von Ralf, 5 Minuten 30 Sekunden pro Kilometer, übereinstimmte. Jedoch betonte Ralf immer, dass ein Trainer zwar die Vorbereitung steuern und den Athleten auch mit den nötigen Tipps dienen kann, aber im Wettkampf muss der Athlet auf seinen Körper hören. Dies tat ich in diesem Moment und entschloss mich, aufgrund meiner noch guten Beine, das Tempo beizubehalten.

Während des Laufens war von Regen bis Sonnenschein alles dabei. Auf den insgesamt 4 Laufrunden sah ich in jeder Runde meine Familie und das restliche Supporter-Team, was immer wieder gut tat. Wie schon auf der Radstrecke versorgte mich mein Bruder, auch auf der Laufstrecke, mit Hypo. Nachdem er mir die letzten beiden Flaschen gegeben hatte begab er sich zur Ziellinie. Die letzte Runde genoss ich nochmals richtig und unter dem Beifall meiner Familie, meines Supporter-Teams und der restlichen Zuschauer überquerte ich nach einer Laufzeit von 3 Stunden 35 Minuten die Finish-Line. Die zu Beginn der Laufstrecke angepeilte Pace von 5 Minuten pro Kilometer konnte ich mit 5 Minuten 5 Sekunden pro Kilometer nahezu halten und das trotz der 6-wöchigen Zwangslaufpause zu Jahresbeginn. Die Gesamtzeit für den IRONMAN lag bei 10 Stunden 39 Minuten und 54 Sekunden. Bezüglich der Platzierung konnte ich mich nochmals um 182 Plätze auf den 298igsten Platz von insgesamt 1.750 Startern vorarbeiten. In der Altersklasse wurde ich 66igster. Unmittelbar nach dem Ziel wurde ich auch schon von einem Offiziellen empfangen, welcher mir mit den Worten „You are an IRONMAN“ die Medaille umhängte. Ein unbeschreibliches Gefühl !!!  

Zu guter Letzt möchte ich mich nochmals bei allen bedanken, die mir bei der Realisierung meines Lebensziels geholfen haben. Dank gebührt Ralf Preissl als Coach und als Freund. Aber auch den anderen Athleten von laufstilanalyse.de, vor allem den Erfahrenen, gilt mein Dank, welche immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Des Weiteren möchte ich mich bei meiner Familie und meinem Supporter-Team nochmals recht herzlich bedanken. Der größte Dank gilt jedoch meiner Frau, die mir während der ganzen Zeit den Rücken frei hielt.
Und nun steht, mit der Challenge Roth am 14.07.2013, schon das nächste Highlight auf dem Plan, natürlich in Absprache mit meiner Frau und definitiv wieder mit Ralf Preissl als Coach.
Eines möchte ich zum Schluss noch sagen: „Anything is possible“, du darfst nur nicht aufhören an dich zu glauben.

Christian Böhm

 

Anything is possible (Christian Böhm)

 

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