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Ironman Austria  ::von Mane::

ironman_klagenfurt_maneNach meinem ersten Ironman vor knapp 2 Jahren mit nur minimalistischer Vorbereitung war ich gespannt auf meinen ersten „richtigen“ Ironman mit ausgiebiger Vorbereitung. Schon im Winter hat mich Ralf gewarnt dass der Ironman diesmal deutlich härter werden würde als noch vor 2 Jahren weil ich wegen meinem Zeitziel das ganze Rennen unter Druck stehen werde.

Ich steckte mir 2 Ziele:

1. Wenn alles gut läuft sollte eine Gesamtzeit unter 10:30h möglich sein.
2. Einen guten Marathon laufen mit ca. 3:40 Gesamtzeit

Zusammen mit den laufstilanalyse.de Athleten und unseren Betreuern wohnte ich die Tage zuvor in einem Hotel in Reifnitz. Die letzten Trainingseinheiten gemeinsam zu absolvieren und die Tage zusammen zu verbringen lenken mich immer super von der Anspannung ab, geben mir noch mal Selbstvertrauen und das gute Gefühl im Rennen nicht allein zu sein. Außerdem ist so immer jede Menge Spaß garantiert ;-) Beim Tapering am Freitag war ich schon sehr optimistisch, die Beine fühlten sich am Rad super an, total locker und mit viel Power. Einem guten Rennen sollte also nichts mehr im Weg stehen.

Am Renntag klingelte bereits um 3:30 Uhr der Wecker um rechtzeitig nach einem gemeinsamen Frühstück in die Wechselzone zu fahren. Während dieser Zeit war ich im Gegensatz zu anderen großen Rennen

verhältnismäßig locker und ich freute mich richtig auf den Tag. Nachdem wir in der Wechselzone unsere Räder vorbereitet hatten ging es zum Schwimmstart ins Strandbad Klagenfurt. Heuer startete bereits um 6:45 Uhr die erste Welle mit 400 Profis und Amateuren. Ich startete um 7:00 Uhr mit dem Hauptfeld (fast 2600 Athleten). Zusammen mit Winklworld stellte ich mich ganz rechts an den Start. Wir mussten zwar dadurch etwas weiter schwimmen aber dafür konnten wir der Schlägerei im Wasser etwas aus dem Weg gehen. So ein Massenstart beim Ironman ist immer was ganz Besonderes, Gänsehaut pur. Die ersten 2900m im Wörthersee waren richtig angenehm. Ich hatte keine nennenswerten Probleme und konnte ein gleichmäßiges Tempo schwimmen. Doch ca. 1000m vor Schwimmende ging es in den engen Lendkanal. Da musste ich ordentlich was einstecken und bekam einige Schläge auf den Kopf. So war ich froh als ich endlich aus dem Wasser kam. Mit der Schwimmzeit konnte ich zufrieden sein. Da das Schwimmen meine schwächste Disziplin ist muss ich damit Leben hier mit einem riesigen Feld aus dem Wasser zu kommen und mit diesen zusammen aufs Rad zu steigen. Ich versuchte diesen Nachteil in einen kleinen Vorteil umzuwandeln. Nach dem Schwimmen fühlt man sich riesig und voller Energie. Die ersten 60-80km fahren die meisten Athleten deshalb weit über ihre Verhältnisse Rad. Ich versuchte das auszunutzen und mit möglichst wenig Kraftaufwand aber natürlich unter Einhaltung des Windschattenverbots mit ihnen in einer großen Gruppe mitzufahren. Bis Kilometer 30 klappte das sehr gut, doch dann war ich wegen einem unter der Fahrt nicht identifizierbarem Schleifen am Hinterrad gezwungen stehen zu bleiben. Zum Glück konnte ich das Problem nach nicht einmal einer Minute selbst beheben. Schon bald danach kam der erste richtige Anstieg, dort habe ich etwas mehr Leistung investiert um wieder auf meine vorherige Gruppe aufzufahren. Mit ihnen bin ich die erste Radrunde fertig gefahren. Schon in den letzten 15 Kilometer der ersten Radrunde war zu erkennen dass die Gruppe immer langsamer wurde. Deshalb entschied ich nach der Verpflegung zu Beginn der zweiten Radrunde zu versuchen mich von der Gruppe zu lösen. Das funktionierte erst ganz gut, doch dann musste ich noch mal kurz anhalten und schon waren wieder alle da. Ich nutzte erneut den ersten Anstieg am Faaker See um endgültig von ihnen weg zu fahren. Ab da war ich auf mich alleine gestellt. Immer wenn ich wieder auf neue Gruppen aufgefahren bin, konnte ich gleich an ihnen vorbei und weiter zur nächsten Gruppe fahren. Insgesamt machte ich am Rad 550 Plätze gut, Wahnsinn.

Mit immer noch guten Beinen lief ich nach dem Wechsel los. Leider hatte ich schon nach wenigen Kilometern Probleme mit meinem Magen. Ich konnte meine eigentliche Ernährung schon bald nicht mehr aufnehmen und musste auf Cola umstellen. Doch leider hatte ich das Salz vergessen so dass ich schon ab Kilometer 13 die ersten Krämpfe hatte. Ein altes Problem von mir, von dem ich auch wusste dass es vermutlich kommen wird, aber ich hätte gehofft etwas später. 29km mit Krämpfen zu laufen ist kein Spaß. Bis Kilometer 25 konnte ich trotzdem einigermaßen die Schmerzen wegdrücken und vernünftig laufen, aber dann musste ich das erste Mal stehen bleiben. Es tat höllisch weh und es reichte nicht mal mehr zum gehen. Ich hab mich gedehnt bis ich wieder gehen konnte und entschieden die 17km irgendwie zu überstehen, egal was passiert. Aufgeben ist keine Option, ich habe so lange und hart dafür trainiert, jetzt muss ich auch die Schmerzen wegstecken können. Ich versuchte von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation zu laufen, dort stehen zu bleiben, mich mit  Cola und Salz zu versorgen, wieder ordentlich durchdehnen und weiter zur nächsten Verpflegungsstation. Das hat bis Kilometer 39 mit wenigen Ausnahmen funktioniert. Dann schaute ich das erste Mal auf die Uhr um zu sehen wie ich in der Zeit liege. Zu meiner Überraschung noch ganz gut, ich werde unter 10:30h ins Ziel kommen. Ich habe gemerkt dass ich unter 10:15h bleiben kann wenn ich die letzten 3 Kilometer noch mal lauf was noch geht. Das versuchte ich und konnte nach 10 Stunden 14Minuten über die Ziellinie laufen. Da angekommen ging wirklich erstmal überhaupt nichts mehr. Kein einziger Schritt war mehr möglich, die Helfer mussten mich sogar von der Ziellinie wegbringen. Trotzdem habe ich mich riesig gefreut dass ich mein Ziel unter 10:30h zu bleiben deutlich erreicht habe und den Marathon noch mit genau 3:40h laufen konnte. Wenn ich mich etwas intelligenter ernährt hätte, wäre noch mehr drin gewesen. Aber aus Fehlern lernt man und so habe ich noch Potential für den nächsten Ironman ;-)

Zum Schluss noch ein riesen Danke an meine Trainer Ralf und Done für die optimale Vorbereitung, an meine Betreuer vor Ort die mir alles für eine optimale Vorbereitung abgenommen haben und an all diejenigen die mich mal wieder unterstützt, mich motiviert haben, an der Strecke waren, die Daumen gedrückt haben…DANKE!!!

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