Start Athleten Trainings - Blog Ein perfekter Tag in Roth ::von Wolfgang::

Ein perfekter Tag in Roth ::von Wolfgang::

gleixnerwolfgangAm 14.07.2013 um 7:25 Uhr startete ich zu meiner zweiten Triathlon-Langdistanz im fränkischen Roth. Ging es doch bei meiner ersten Langdistanz 2011 lediglich darum, die Ziellinie zu erreichen, waren die Ziele für 2013 doch deutlich höher gesteckt.
 
Mein Körpergefühl war in der Taperphase bis auf den Vorwettkampftag gut und ich war am Wettkampfmorgen zuversichtlich, dass ich zumindest meine Trainingswerte erreichen kann.
 
Als es dann für die Profis unter ohrenbetäubendem Lärm um 6:30 Uhr losging, war die notwendige Spannung da und ich wäre am liebsten gleich mitgestartet, aber mir standen noch lange 60 Minuten Wartezeit bevor.
 
Ich hätte dabei beinahe meine Startwelle verpasst, als ich in den Kanal gestiegen bin und noch gefühlt endlos bis zur Startlinie schwimmen musste („just in time“ beschreibt es wohl am Besten).
 
Dann der Startschuss und das Rennen begann auch für mich. Im Wasser habe ich genau meine Rennstrategie verfolgt und versucht - wie im Training ausprobiert - mein oberes Grundlagentempo ins Wasser zu bringen, um mein Belastungsgefühl hier noch niedrig zu halten. 1500 Meter und einen Rippenbeinschlag später habe ich gemerkt, dass ich im Wettkampf drin bin und habe bis circa 3000 Meter dann mein Tempo leicht erhöht. Zwischenzeitlich galt es natürlich die lautstarke Atmosphäre neben der Schwimmstrecke zu genießen. Da wusste ich aber noch nicht, was auf der Radstrecke noch für ein Stimmungsfeuerwerk gezündet werden würde.
 
Raus aus dem Wasser, Helm auf, Pulscheck, ab geht's!

Wollte es ursprünglich erst einmal locker angehen lassen, aber ich habe es nicht geschafft meinen Körper einzubremsen und bin direkt mit meiner angepeilten Durchschnittsleistung angefahren, von der ich ja wusste, dass sie sich die ersten 2-3 Stunden noch relativ leicht anfühlen wird. Als ich dann bis KM 10 gemerkt habe, dass mein Puls heute nicht mehr weiter runter gehen wird, habe ich mich entschieden, das Risiko einzugehen und habe da langsam aber sicher ein noch höheres Tempo angeschlagen. Natürlich trägt es seinen Teil dazu bei, wenn man auf der Radstrecke merkt, dass man sehr gut unterwegs ist und permanent auf der Überholspur ist. Hier ist es dann doppelt schwer sich Reserven aufzuheben. Bei KM 70 habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht, ob ich versuchen soll eine Radzeit unter 5 Stunden zu erreichen und dann das Rennen direkt in der Wechselzone 2 zu beenden. Genau diesen Plan habe ich dann die nächsten 60 Kilometer verfolgt, weil ich aufgrund der Radbelastung nicht mehr damit gerechnet habe, dass ich für den Marathon noch genügend Reserven haben würde. Bei KM 135 (Gredinger Berg lässt grüßen) war es dann langsam soweit und das hohe Tempo ließ die Kraftreserven ausgehen und ich merkte erstmals, dass ich bergan jetzt keine Konkurrenten mehr einsammeln konnte und auch die Radzeit von unter 5 Stunden wohl nicht mehr drin sein wird. Trotzdem konnte ich im Flachen weiterhin sehr zügig fahren, sodass meine Durchschnittleistung bis in die Wechselzone nur um circa 10 Watt zurückgegangen ist. Ab KM 160 war meine Radmuskulatur völlig erschöpft und ich musste um jeden Tritt kämpfen. Angestachelt durch die unzähligen lautstark brüllenden Zuschauer konnte ich mich über die letzten Anstiege (Solarer Berg = Alpe d'Huez Bayerns!) retten. Ich habe mich dann kurz vor der Wechselzone entschlossen mal 1km in den Marathon rein zulaufen und zu schauen, ob es nicht doch ein normaler Koppellauf werden würde, obwohl ich mir keinerlei Reserven gelassen hatte. Um die körperliche Belastung beim Radfahren zu beschreiben: die mitgeführte Verpflegung die normalerweise bis zum Ende der Radstrecke + circa 1-2 Stunden Puffer reichen sollte war bereits nach 140 KM vollständig aufgebraucht.
 
Endlich der Wechsel
 
"Einfach mal so tun, als ob man sich noch gut fühlt" war mein Motto als ich durch die WZ2 pflügte...
 
Als ich dann so zu laufen angefangen hatte, merkte ich, dass es sich ganz in Ordnung anfühlte, und die erhoffte Frische dann doch irgendwie da war. Leider kletterte auf der Laufstrecke dann doch die Temperatur in einen Bereich, der mir langsam aber sicher auch zusetzte (wobei man natürlich Mitte Juli mit noch ganz anderen Temperaturen rechnen muss). Aber mir war aus den Trainings heraus schon klar, sollte das Thermometer 30°C anzeigen, so würde es ein langer Spaziergang am 14. Juli werden. Glücklicherweise blieb die Temperatur in einem für mich gerade noch so ertragbaren Bereich. Nachdem ich aber jetzt an der Laufstrecke von so vielen bekannten Gesichtern unterstützt wurde und mich jeder extrem antrieb, konnte ich mich erst mal bis KM 28 so durchbeißen, indem ich nur die Verpflegungsstellen immer ordentlich ausgekostet habe und dann wieder angelaufen bin. Ich wusste auch aus dem Training ab KM 30 beginnt für mich ein neues Rennen, bei dem es ausschließlich darum geht sich alle 50m neu zu motivieren und die KM runterzuzählen. Ab KM 30 zeigten sich auch langsam muskuläre Probleme, die ich so noch nie verspürt habe und auch die von den unzählig leergedrückten Schwämmen aufgeweichten (und damit blasenbildungsfreundlichen) Schuhe erwiesen sich als nur noch wenig hilfreich und machten jeden Schritt doppelt schwer. Ich war aber bereit den Kampf anzunehmen und konnte bis auf die letzten 3 KM die Gehpassagen auf Anstiege und Verpflegungsstellen beschränken. Ab KM 39 war dann kein konstantes Laufen mehr möglich und ich habe immer gewechselt zwischen Gehen und Laufen. Erst die letzten 500m durch die tobende Arena und vorbei an allen Unterstützern, die mich den Tag über begleitet haben, waren dann mein persönlicher Triumpf und ich wusste heute ist mir der beste Wettkampf meines Sportlerlebens gelungen.

Swim /Bike /Run : 01:07:18 (698.) / 05:06:13 (359.) / 04:14:30 (1192.)
Gesamt: 10:32:40 (665. Gesamt und 65. in AK25)
 
Danke an alle Unterstützer ob in Roth an der Strecke oder "nur" am Ticker..........
Besonderer Dank gilt natürlich auch allen, die Ihren Teil im Vorfeld der Challenge beigetragen haben:
 
http://www.laufstilanalyse.de/ --> ideales Trainingsumfeld --> der Trainer des Jahres!
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und natürlich meinem gesamtem Umfeld
IHR SEID DIE BESTEN!

gleixnerwolfgang

 
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