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Ironman Austria 2014 - Athletenberichte

Ironman<Gaby>

<Tobi>

<Markus>

<Ralf>

 <Hans> und <Done> --> coming soon

 

 

 

 Gaby:

Up and down, down and up - YEAH I´M AN IRON(WO)MAN!!!


Gaby30.06.2013 – als Zuschauerin durfte ich den IM Austria genießen. Am Tag darauf holte ich mir einen Code um schließlich ein Jahr später, am 29.06.2014 an den Start zu gehen.
Nach der Saisonpause begann im November die Vorbereitung.
Wo im Vorjahr im Winter lange Läufe im Vordergrund standen, sollten wir heuer Mountainbiken und Langlaufen. Die ersten Versuche auf den Skating Skiern ließen starke Zweifel aufkommen ob mein Coach auch wirklich wusste was er tat, schließlich wollte ich möglichst unverletzt an den Start gehen ?
Die Fortschritte ließen jedoch nicht lange auf sich warten. Das Langlaufcamp am Arber konnte kommen!
Obwohl ich mich auf den Skiern gut hielt, ging es dank Tom Haibel und Loopiiiiiiiiiing Louiiiiiii nicht ganz ohne (Ab)Sturz.

Die langen und harten Schwimmeinheiten erledigten sich in der Gruppe im Keldorado „fast“ von alleine.

Rumpfstabi? Wer ein(e) Iron(wo)man werden will muss leiden (können), aber Auwezwick da hörte der Spaß auf. Wer macht alleine schon mehr als Softstabi? Das gemeinsame Street Fit Training mit Woife, Roland, Evi, etc. war DIE Lösung.

Im Februar folgte das zweite Trainingslanger in Fuerteventura, worauf ich mich riesig gefreut hatte. Es erwies sich jedoch als Tiefpunkt meiner Vorbereitung. Die Radleistung war im Keller und hinzu kam eine Knieverletzung. Die einzig landschaftlich schöne Tour nach Corralejo musste leider ohne mich stattfinden. Dafür konnte ich in erholtem Zustand den Bergsprint klar für mich entscheiden.
Dank den laufstilanalyse.de Athleten und Angehörigen sowie dem Swim & Run und anderen Events hatte ich trotzdem jede Menge Spaß im „Urlaub“.

Nach dem Trainingslager bekam ich dann Schmerzen im Schienbein – a so a Mist - Laufverbot.
Anstatt lange Läufe und Koppeleinheiten runterzudonnern musste ich mich notgedrungen mit zusätzlichen Radeinheiten über Wasser halten.
Ob ich den Ironman finishen konnte??? Machte ein Start überhaupt Sinn?
Ohne die aufbauenden Worte und immer wieder guten Zusprüche von meinem Trainer hätte ich an diesem Punkt wahrscheinlich das Handtuch geschmissen - Ralf merce dir! ?
Laufpause, Physiotherapie, Radanpassung bei Iron Trizone, ... das Knie wurde langsam besser, ich war wieder zuversichtlich. Es ging wieder aufwärts! KA Training im Bayerwald - ich war wieder voll dabei!
Blieb nur noch das Problem dass ich keinen Meter laufen konnte ... oooh jeee.
Der erste fast schmerzfreie Lauf nach Wochen war unbeschreiblich. Ein paar Tage später stand ein langes Koppeltraining an, lange genug hatte ich die Einheiten nach dem Radeln beendet, jetzt war ich wieder im Rennen! Und durfte feststellen, dass ich beim Laufen keinerlei Einbußen hatte.

Im dritten und letzten Trainingslager war das einzige Tief das Wetter, aber zu schlecht zum Trainieren gibt es leider Gottes nicht. Ich war super drauf - Performance BOMBE - und hoffte dass das nun bis zum IM so bleiben würde. Biiiittte!!
Zwei Wochen vor dem Start schnappte ich in Kraichgau noch einmal Wettkampfluft. Wie schon in Deggendorf lief es leider nur mittelmäßig, aber „Kopf hoch“ – Olympisch war ja nie das Ziel.
Nun hieß es Füße still halten und ablenken...

 

Fast meine ganze Familie war mit nach Klagenfurt angereist.
Die Tage vor dem Rennen vergingen wie im Flug. Letzte kurze Lauf-, Rad- und Schwimm-einheiten – mein Oberschenkel tat weh, mein Rad war „kaputt“ und ich schwamm überall hin, nur nicht dahin wo ich sollte.
Das konnte was werden am Sonntag!!
Die laufstilanalyse.de Mechaniker checkten mein Bike, es wurde alles probiert was „DAS GERÄUSCH“ verursachen hätte können. Ob es danach nun leiser war oder nicht weis ich nicht, aber nun traute ich mich starten ?
Am Freitag schauten wir uns den Schwimmstart und die Schwimmstrecke an. Kaum zu glauben dass der Wettkampf jetzt schon so nah war.
Danach stärkten wir uns bei der Nudelparty. Nur wenige streckten bei der Frage wer denn zum 1. Mal bei einem IM starte die Hand in die Luft ... als wäre mir nicht schon mulmig genug zumute gewesen.
Samstag – letzte Schwimmeinheit und Bike Check In. Hatte ich alles in die Beutel gepackt? Wir radelten gemeinsam zur Wechselzone. Wo mein Rad stand konnte ich mir ganz gut merken und die Beutel würde ich schon finden. Durchatmen und weg vom Gewusel, zurück ins Hotel und in Ruhe Abendessen ... und da waren wir schon beim Racebriefing.


Raceday:

Aufstehen um 3:30 Uhr, Frühstück um 4 Uhr. Geschlafen hatte ich eigentlich ganz gut. War das schlecht?
In der Wechselzone lieh ich mir eine Pumpe und versuchte meine Reifen aufzupumpen. Meine Arme versagten, ich hatte keine Kraft. Vielen Dank dem Athleten der mir zu Hilfe kam.

Meine Familie wünschte mir noch das Beste und da stand ich auch schon zusammen mit Roland und Hans am Start. Ralf, Winkl und Christoph waren mit der 1. Welle gestartet und Done und Tobi waren in dem Gewusel der 2. Welle nicht zu finden.
Die österreichische Nationalhymne wurde gespielt – Gänsehaut, der Startschuss viel und es ging los.

Beim Schwimmen hielt ich mich an das was Ralf empfohlen hatte, langsam ins Wasser, bloß nicht stressen und immer wieder orientieren. Ich schwamm locker, ohne Uhr und ging mit einem guten Gefühl aus dem Wasser. Ich war wider Erwarten ohne größere Umwege geschwommen ?

Ich wechselte, lief zu meinem Bike und musste mit Entsetzen feststellen, dass ich keine Sonnenbrille aufgesetzt hatte. Zum Glück hatte ich eine zweite im Laufbeutel, also zurück durch die ganze Wechselzone zum Laufbeutel, wieder zum Bike und weiter gehts - Wechselzeit Rekordverdächtig!

Am Rad begann ich sofort mich mit Hypo und Salzstangen zu verpflegen. Ich flog nur so dahin. Was war denn jetzt los? Sonst wurde ich am Rad nur überholt, jetzt überholte ich.
Es war zwar geplant hier besser hinzudrücken, da mich das Schienbein den Marathon bestimmt nicht durchlaufen ließ, aber ich fürchtete schon mich zu sehr abzuschießen, da es gar so gut ging. Kurzer Boxenstop nach 90 km und ab in die zweite Runde.
Plötzlich fuhr eine Kampfrichterin neben mich, zeigte mir eine gelbe Karte und nannte meine Nummer. Was hieß gelb noch gleich? Was hatte ich falsch gemacht? Zu lange zum Überholen gebraucht?
Die nächste Penalty Box kam recht bald. „Gelb“ – „Gelb? – Stop an go – du kannst fahren“.
Ok war halb so schlimm, nicht ärgern lassen.
Unter 6 Stunden hatte ich mir für den Bikepart gewünscht. Nach 5:37 h stieg ich vom Rad, 32 er Schnitt – ole!
Der Wechsel verlief diesmal problemlos.

Den Marathon ging ich recht locker an, da meine Beine nicht kapieren wollten dass sie nun laufen sollten. Nach dem Radeln konnte ich erstmal nichts mehr zu mir nehmen. Wird schon werden dachte ich. Nach ein paar km konnte ich zwar immer noch nichts trinken, aber das Tempo auf 5:30 min / km erhöhen.
Bis km 20 lief alles ganz gut, dann begann mein erster Marathon hart zu werden. Das Schienbein war ok, aber meine Oberschenkel drohten bei jedem Schritt zu platzen. Es war viel zu früh zum Gehen!! Außerdem wartete meine Familie alle 10 km.
Ich schleppte mich bis km 30, versuchte in Minischlucken Hypo zu trinken, zählte die km ... noch 10, einen schaffst du noch... km 35... nun war ich endgültig an meine Grenzen gekommen. Kopf oder Körper – wer entscheidet? Ich war schon soweit gekommen. Der Kopf setzte sich durch, ich lief den kompletten Marathon durch und konnte am Ende das Tempo sogar noch leicht anziehen.

Kurz vor dem Zieleinlauf hörte ich zuerst Falti und andere laufstilanalyse.de Athleten „Genießen, genießen, genießen!“, dann sah ich noch einmal meine Familie, blickte auf die Anzeige – 10:59:??? Und gab noch einmal alles. YOU ARE AN IRONMAN! I AM AN IRON(WO)MAN!!! Bei 10:59:22 durchquerte ich den Zielbogen. Sub 11? Ich ??? Das war der Hammer!! Unglaublich!!

Auf meinem Bett im Hotel lagen ... IM - Geschenke von meiner Familie!!! ?
„Wir wussten vorher dass du das Ding ins Ziel bringst“

Meinen Erfolg feierten meine Schwester Eva und ich in Caorle in Italien mit jeder Menge Pizza und Eis.

Ein riesengroßes Dankeschön an alle die mich auf dem Weg bis hierher begleitet haben, aber vor allem an Iron Trizone, Caro Rauscher (NFT), Physio-Team Gerhard Haselbeck, die lauf-stilanalyse.de Athleten, meine Familie und an meinen Trainer Ralf Preissl.

 

Tobi:Tobi

Mein erster IRONMAN…ich bin immer noch total geflashed. Zeit 11h 22min – hätte mir vorher jemand die Zeit gesagt wär ich bestimmt enttäuscht gewesen. Warum? Ich hatte eigentlich die perfekte Vorbereitung & die ganzen Koppeleinheiten zur Tempoermittlung waren echt vielversprechend. Mein Plan war: solide schwimmen, mich beim radfahren zurückhalten & anschließend einen schnellen Marathon „draufdonnern“. Alleine dieser verwegene Plan zeugt wohl schon von fehlender Demut, die man vor einem IRONMAN besser haben sollte…

Aber mal von vorne – 4 Uhr aufstehen, ich hatte super geschlafen & ging frühstücken; unser Hotel -hatte für die Ironman Starter ein Super Frühstück bereitgestellt. Die riesige Auswahl, der bevorstehende Ironman & ein sich offenbar noch im Tiefschlaf befindliches Hirn haben mich dann dazu motiviert, mir so richtig den Wanst vollzuhauen – 3 Semmeln, Salami, Marmelade, Nutella, Kaffee, O-Saft, etc…

Anschließend gings dann zum Start nach Klagenfurt – wer den Start eines Ironmans noch nie erlebt hat, sollte sich das einmal geben – Sonnenaufgang, ein purpurfarbener Himmel, die knisternde Atmosphäre, Heißluft Ballons, Hubschrauber am Himmel, Tausende von Menschen – einfach Wahnsinn.
Nach dem Startschuss kam ich gut weg, die erwarteten Rangeleien bei 2000 gleichzeitig starteten Schwimmern konnte ich entgehen & hatte gleich einen guten Rhythmus & fühlte mich top. Nach ca. 1,5km dann ein erstes Unwohlsein – egal, dachte ich mir, vielleicht nur die Aufregung. Wenig später (wir schwammen gerade in den Kanal, der zum Ziel führt, ca. 20m breit, 1km lang & gesäumt mit tausenden Zuschauern) wurde mir dann allerdings bewusst, dass der Kaffee & der O-Saft in meinem Bauch wohl begonnen hatten einen Kampf auszutragen. Den Kampf verloren hab dann ich & den Fischen im Wörthersee mein Frühstück zur Verfügung gestellt. Ich hab mich dann an den Rand des Kanals gekauert & mich umgesehen, obs noch jemand so dreckig geht wie mir – leider Fehlanzeige. Offenbar ist keiner so dämlich wie ich.
Während ich also so vor mich hinvegetiere, bemerke ich mit einmal dass mich gefühlt tausende Menschen anbrüllen & mich auffordern, doch weiterzuschwimmen. Völlig irritiert stoß ich mich wieder ab, mache den ersten Armzug & höre beim Luftholen frenetischen Jubel & Applaus…Gänsehautfeeling pur…

Ich bin also wieder voll motiviert, auch als ich feststelle, dass die Schwimmzeit trotz Fischfütterung bei 1h 11min liegt. Ich wechsle aufs Rad, verpass mir trotz flauem 0,5 Liter Maltodextrin Mischung & radle los, um ca. nach 5km die Maltodextrin Mischung wieder in den Grünstreifen zu kotzen. Ich überlege mir, gleich aufzugeben – na ja, wenigstens eine Rad runde kann ich ja fahren…bis KM 50 wiederholt sich leider das Spiel – Trinken….Kotzen…Trinken….Kotzen.

Beim Anstieg auf den zweiten „Berg“ auch schon die ersten Anzeichen von Dehydrierung…Krämpfe in beiden Beinen…ich muss absteigen & dehnen – neben den Krämpfen in den Beinen kommen jetzt auch noch Heulkrämpfe dazu. Bei der anschließenden Abfahrt auf einmal ein Riesenschlag – mein Flaschenhalter inkl. 2 Trinkflaschen hat sich bei Tempo 60 gelöst & landet auf der Straße – offenbar hat sich mein Rad gedacht „wenn er es eh nur wieder ausspuckt, brauchen wir das nicht mehr“ & unnötigen Ballast abgeworfen. Nachdem nun auch meine Versorgung weg ist, bleibt mir nur die Thomas Hellriegel Versorgungsstrategie: Cola & Wasser von den Versorgungsstationen. Und siehe da -> mit einmal hat die Kotzerei ein Ende. Die Krämpfe leider nicht – in der zweiten Runde wird’s schlimm – ich muss die berge teilweise schieben.
Aber anstelle von Resignation kehrt der Kampfgeist zurück & ich erinner mich an die Worte von Thorsten Faltermeier in einem ähnlichen Zusammenhang: „Hier geht’s nicht um Spaß, dass ist Krieg“; ich beschließ, das Rennen zu finishen, komme was mag. Aus den Boxen am letzten Berg dröhnt „Rock n Roll Train“ von ACDC & ich nehme mir vor, mit der rohen Gewalt einer Dampflok in die Wechselzone zu donnern. Leider gelingt das Vorhaben nicht ganz, da ich bei ca. 100 W Belastung & 15km/h auf der Zielgeraden vor der Wechselzone einen Krampf in beiden Beinen bekommen & fast vom Rad falle.

Ich wechsle & beschließ, langsamer als ursprünglich geplant den Marathon zu laufen. Aber nach über hundert Trainings-Km im geplanten 04:40 min/km Tempo gehorchen mir meine Beine nicht mehr & ich laufe genau dieses Tempo, frei nach dem Moto: die Maschine läuft auf Volldampf aber es ist kein Steuermann an Bord…
Bei KM 13 dann das jähe Ende – ich muss gehen…nach ca. 2 km beginne ich wieder zu laufen…ca. 06:30 min/km – eigentlich mein REKOM Tempo; nur irgendwie fühlt sich das gar nicht nach Erholung an – nach ein paar KM bin ich wieder auf Wanderschaft….so geht’s im Wechsel die ganze Zeit, mit dem Unterschied dass die Gehpassagen immer länger werden & ich eigentlich eher Laufpausen mache anstatt umgekehrt.
Bei KM 35 dann ein Schlüsselmoment, der einem wohl so nur bei einem IRONMAN passieren kann. Bei einer meiner gefühlten 100sten Gehpause komme ich an einem ca. 60 jährigen, deutlich übergewichtigen Athleten vorbei, der sich grad am Zaun festhält um vor Erschöpfung nicht umzufallen. Ich ermutige ihn, mit mir zu gehen – ich weiss nicht einmal ob er deutsch spricht, aber er versteht & so gehen wir nebeneinander die lange Allee hinab. Mit einem Mal legt er mir die Hand auf die Schulter & deutet mir mit einem Kopfnicken an, zu laufen. Wir beginnen zu laufen & laufen nun als ungleiches paar nebeneinander her. Ich werde wieder schneller & merke nicht, dass er langsam zurückfällt. Als ich mich umdrehe sehe ich ihn mit erhobenem Arm winkend dastehen. Ich bin emotional völlig überwältigt & mal wieder dem Heulen nahe.

Ich beschließ, durchzulaufen – die letzten KM vergehen wie im Flug & ich biege Richtung Ziel ab. Thorsten läuft parallel neben mir her & brüllt mir noch zu „Genieß es“. Ich lauf auf der Zielgeraden & aus mir bricht es einfach nur heraus: Ich kann die Tränen nicht mehr zurückhalten: Enttäuschung, Wut, Freude, Erleichterung, …noch nie hab ich so ein Wechselbad der Gefühle in so einer kurzen Zeit erlebt.
Was bin ich froh, dass meine erster IRONMAN für mich so verlaufen ist: Der totale Kampf, Emotionen pur & ganz getreu dem IRONMAN Motto:

ANYTHING IS POSSIBLE

 

Hans:

Mein erster Ironman!Hans

Ich bin seit dem 29.06.2014 ein Ironman, meine Zeit 12.50.48h

Ausgangssituation:
Vom Hinkebein zum Ironman in 16 Monaten. Nach meiner Kreuzband OP und einer notwendigen Mobilisierung im März 2013 war es mir wieder möglich, nach einem halben Jahr mein linkes Knie über 110 Grad abzuwinkeln. Trainer Ralf spricht in diesem Zusammenhang liebevoll vom Nulllevel, Nichtschwimmer; Bike Anfänger und laufen konnte ich auch noch nicht gscheid! Meine erste große Etappe führte mich im September 2013 über die Mitteldistanz, die ich erfolgreich abschließen konnte.-
Punktlandung! Durch perfekt abgestimmtes Training und zielgerichteten Aufbau. Nach kurzem Ringen mit meinem Schwager „Winklworld“ und der Freigabe von meinem Trainer Ralf meldete ich mich für den Ironman Klagenfurt an! „Anything is possible“

Raceday:
Um 03.28 Uhr bin ich aufgewacht. Ich dachte mir gut, heute ist mein Ironman Tag. Kurz ins Bad und dann ab zum Frühstück. Schnell zwei Semmeln und einen Tee um was im Magen zu haben. Toll war es mit Toni & Susi und Markus & Brigitte am Frühstückstisch zu sitzen und diesen besonderen Tag gemeinsam anzugehen. Auf dem Weg zum Start stieg die Anspannung. Jetzt noch ein letzter Check am Bike und die Getränke anbringen. Die Zeit bis zum Start verging wie im Flug, noch schnell einen Toilettengang mit den anderen 3000 Athleten einlegen. – Die Horrorszenarien hielten sich in Grenzen. Beim nächsten Blick war es bereits halb sieben, jetzt aber schnell in den Neoprenanzug rein und vor zum Start.
 
Ironman Hans (mit Gitte)In Summe blieb nicht viel Zeit zum Inne halten. Cool war es auch jetzt Tobi, Gabi und Roland zu treffen, meine Mitstreiter.
Hopp, hopp vor zum Start, die letzten 5 Minuten bis zum Start fühlten sich wie eine Ewigkeit an und
während die Nationalhymne lief horchte ich nochmal in mich hinein. Ein Kurzfilm die Strapazen, die Trainings der letzten Monate, ich checkte nochmal ab, bist du bereit für den Ironman? Und ich wusste die Antwort kann nur die Ironman-Strecke liefern.
Endlich der Start-Schuss, relativ ruhig schwamm ich bis zur ersten großen Boje raus, die nächsten 400 m dauerten ewig. Danach merkte ich das das Schwimmerfeld um mich sehr langsam geworden ist und ich fing an einige Schwimmer zu überholen. Nach einiger Zeit dachte ich mir jetzt muss doch der blöde Kanal bald kommen und siehe da, da war er auch schon – 1000 m harter Infight. Mehrmals bekam ich Schläge an Kopf und Brille. Jetzt nur durchhalten dann hast du die erste Etappe geschafft. Super, der Schwimmausstieg, die letzten Meter vor mir. Schnell raus aus dem Wasser, da sah ich auch schon meine Schwester Gitte, die mich anfeuerte und sichtlich erleichtert war das ich Heil aus dem Wasser gekommen bin.
So jetzt musste ich schnell zu meinem Rad! Ohh man – der Radparkplatz war fast leer. Schnell zu meinem Rad, was trinken und los los los schnell Speed aufnehmen ging mir durch den Kopf. Nachdem ich die ersten Kilometer hinter mich gelassen habe und die erste Euphorie wieder nachgelassen hatte, kam ich auf meinen ursprünglichen Plan zurück. Jetzt einen 29/30 Schnitt anzuvisieren und mich auch in den ersten Stunden ausreichend mit meinen Riegeln + 2 Testriegel von der Sabine zu ernähren. Auf diesem Weg danke Sabine, ich habe die Riegel gut vertragen.
Jetzt brauchte ich nur noch die richtige Einstellung zum Wettkampf und ich erinnerte mich an die Worte meines Physio`s Matthias der nur meinte „Genies den ersten Ironman, Klatsch die Leute ab, sauge die Stimmung vom Publikum auf. Ich schob den Zeitdruck komplett Weg und die kommenden Stunden habe ich wirklich vollends genossen. Ich puschte mich immer wenn mich die Zuschauer anfeuerten. Nach ca. 3 Stunden hatte ich die Wende und ich fühlte mich noch toll. Ab Kilometer 160 merkte ich das meine Kraft nachlässt aber der Rücken war noch ok (ich hatte immer am Berg für Entlastung gesorgt), nochmal in Aero rein und die letzten 20 Kilometer nochmal mit Gas fahren. Nach einer für mich sensationellen Radzeit von 06:01 Stunden war ich echt beflügelt und wollte so schnell es geht auf die Laufstrecke um endlich meine Mitstreiter, Verwandte und Freunde zu sehen.
Auf der Laufstrecke dachte ich mir jetzt ist der Marathon da, noch nie zuvor habe ich eine solche Distanz an einem Stück bewältigt und bündelte nochmal meine Kräfte vor allem Mental. Was mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sonderlich schwer viel, den ich wusste schon:

Hans du wirst heute den Ironman finishen!

Während des ganzen Marathons, immer wenn ich grübelte schob ich sofort wieder ein “Du wirst heute den Ironman finishen“! Die tollen Supporter am Straßenrand erledigten den Rest. Auf diesem Weg nochmal ein Riesenlob, ihr wart echt Spitze!
So nach 20 Kilometer merkte ich dass meine Speicher leer sind und ich mich Unterzuckermodus befand. Was mache ich jetzt? Schnell viel mir ein das ich noch einen Beast – Milch – Booster hatte, noch 200 ml. Iso drauf, ach ja den Redbull am Straßenrand nehme ich auch noch mit. Zack war wieder Energie da. Ab Kilometer 32 zeigte mein Magen erste Reaktionen. Mit Magenkrämpfen war nur noch eine Geh – Laufkombination möglich und um kurz vor 20 Uhr finishte ich nach Vorgabe von Brigitte und ich war überglücklich.

Danke Trainer, danke nochmal allen die diesen tollen Erfolg möglich gemacht haben.

 

Bilder:

 Tobi

Gaby

Hans

Ironman

 
Consulting & Layout: Tele-Crew OHG