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Die Helden von Roth ::von den Ameisenbären::

Berichte von echten Helden, von Tom und Heiko

 

Roth .Roth

::TOM::

Tritt mir in den Hintern! – wie ich ein Ameisenbär-Triathlet wurde…

Dezember 2010:  ich beginne mit dem Triathlontraining bei Ralf, es macht Spaß und ich werde langsam besser. Im Mai 2011 heftige Knieschmerzen, 30 Jahre Fußball lassen grüßen…Arthrose…na ja, so richtig diszipliniert war ich noch nie und konsequent durchgezogen habe ich das Training auch nicht. Ich schwächle, lass Triathlon Triathlon sein, sieht im Fernsehen und Internet sowieso viel besser aus und an die 15 Kilo Übergewicht gewöhnt man sich, Training gibt es ab jetzt nur noch in homöopathischer Dosierung.

 

 

2014, mit Ende 40 macht man sich so seine Gedanken, was und wohin will ich, was kommt noch? Die Firma und der Job laufen, sind aber keine Inspiration und Selbstverwirklichung. Ich pendle seit fast 15 Jahren zwischen Stuttgart und der Oberpfalz, ich liebe meine Familie, sie ist ein glückliches liebevolles Miteinander und Rückhalt. Ich könnte zufrieden sein…

 

Wo bitte ist meine Herausforderung?

 

Ein völlig abstruser Plan schwirrt in meinem Kopf…bevor ich 50 werde, will ich eine Langdistanz finishen, mir beweisen, dass ich sowas doch durchziehen kann. Triathlon ist für mich ein faszinierender Sport, aber eine Ironman-Distanz finishen so weit weg, wie die Erde vom Mond. Am 28. Juli 2014 sitze ich um 10:00:00 Uhr vorm Computer und hacke meine Daten in die Anmeldeseite der Roth Challenge….ach du Sch…Startplatz. Die Antwort von Ralf auf meinen Hilferuf: Bis jetzt habe ich jeden durch die Langdistanz gebracht,  du musst jetzt 11,5 Monate sauber trainieren und vor allem keine der langen Einheiten weglassen!

Klingt ja entspannt…

 

Ist es aber nicht…

Mein erstes gemeinsames Training mit den laufstilanalyse Athleten im August hat viele Aha-Erlebnisse:

- Wow, was für ein Leistungsniveau der Trainingsgruppe!

- Wow, man kann doch so viele Krämpfe beim Koppellauf haben!

- Wow, das werden harte 11 Monate!

- Wow, bin ich langsam!

- Wow, bin ich fett!

- Wow, stell dich nicht an, da musst du jetzt durch!

 

Ich ziehe, zu meiner eigenen Überraschung, den Trainingsplan zu 95% durch, meine Familie unterstützt mich dabei und tritt mir, gemeinsam mit Ralf, ab und zu in den Hintern, das hilft. Mein Körpergewicht reduziert sich um 10 Kilogramm und ein paar weitere Kilo Fett werden in Muskeln verwandelt…ich kann mich wieder in der Badehose sehen lassen! Trainingslager auf Teneriffa (hier entsteht der „Ameisenbär-Triathlet“), auf Mallorca, im Bayerischen Wald und viele gemeinsame Trainings mit der Trainingsgruppe lassen die Formkurve deutlich ansteigen, ich fühle mich gut, der Respekt und die Demut bleiben.

 

12.07.2015 Race Day

 

Zusammen mit Heiko gehe ich zum Schwimmstart, meine Stimmung ist gut, die Anspannung heftig. Das Ziel unverändert: Finish! wenn es sensationell läuft 12 Stunden…Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Das Schwimmen läuft wie erwartet, keine Wahnsinnszeit, aber für meine Verhältnisse solide, etwas kaputt, aber alles im Rahmen. Beim Ausstieg plötzlich der erste Krampf, ich kann kaum gehen, schnappe mir meinen Wechselbeutel und muss die super freundliche Helferin bitten, mir den Neopren ausziehen zu helfen. Ok wird schon werden, trinke meine erste Flasche im Sitzen aus und gehe im Laufschritt zum Rad. Die darauffolgenden 180 km sind eine Abfolge von Stimmungstiefs, Krämpfen, heftigem Gegenwind und dem Versuch die elenden Krämpfe los zu werden. Klappt aber nicht, am Ende der ersten Runde reift die Erkenntnis: Sch… auf die Zeit, ankommen! Irgendwann biege ich in Richtung 2. Wechselzone ab und Ralfs Aussage steht wie eine Wand zementiert vor mir: Du bist fertig und das Monster wartet! Wie soll das bitte gehen? Stimmt…wenn nichts mehr geht, dann gehen. Durch die Menge an Koppelläufe ist meine bisher schwächste Disziplin mittlerweile eine ordentliche geworden. Ich laufe locker los, da trifft mich nach 1 km der nächste Krampf…gehen…lockern, wieder loslaufen.

Bei km 4 steht meine Familie, ich klage ein wenig mein Leid, werde aber gnadenlos mit einem Lächeln weiter geschickt. Ok ok, ich mach ja weiter. 1 km später steht Toni da, auch da jammere ich, der läuft 20 m mit und bügelt mich lächelnd ordentlich zusammen. Ja ja, ich lauf ja schon. Langsam fange ich mich, aber die Krämpfe bleiben, auch das ganze Salz hilft nicht viel.

In dem Rhythmus Laufen…Krampf…gehen…lockern..versorgen geht es bis km 34.

Auf einmal sind die Krämpfe weg und ich mach auf den letzten Kilometern meine beste Laufzeit, obwohl ich total fertig bin, wie krank ist das denn?

 

Dann der absolute Wahnsinn, die 13,5 Stunden Quälerei, Zweifel, Tiefs sind weg, alles, es ist plötzlich wie eine lockere Trainingseinheit, ein breites Grinsen macht sich breit: Die Stadionrunde beim Zieleinlauf mit meinem Sohn!  Wahnsinn! Ich sauge die Atmosphäre und Eindrücke auf, meine Gedanken sind kurz bei meinem Bruder, dessen 26“ Triarad der 90er in meinem Keller hängt! Was für ein krasses Ding, jeder Finisher ist mein persönlicher Held!

 

Meine Gedanken am Sonntag: nie wieder! Am Montag: na mal sehen! Am Dienstag: wann und wo?

 

Danke an meine Familie, die mich immer unterstützt hat. Danke an Ralf mit deinen Trainingsplänen, hunderten von Tipps, deine unglaubliche Motivation, deine unfassbare Sicht für das Ganze.  Danke an die Laufstilanalyse Athleten, eure Unterstützung, Glückwünsche, eine echte Gemeinschaft, unabhängig der unterschiedlichen Leistungslevel. Danke für den großen Spaß, den wir alle zusammen hatten und noch weiter haben werden.

Allein, um meine Bikinifigur zu erhalten, werde ich trainieren…und vielleicht, möglicherweise, eventuell, gegebenenfalls, womöglich, unter Umständen, je nachdem, gibt es ja doch die eine oder andere Finisherzeit zu knacken!!!

 

 

::HEIKO::

Ein unvergesslicher Tag ....

Der Ironman in Roth am 12.07.2015

 

Schon am Freitag den 10.07. war ich vor Ort um mir viele Eindrücke und das viel versprechende Gänsehautfeeling abzuholen. Mit Thomas Jungbeck von der Laufstilanalyse.de habe ich mir ein tolles Wohnmobil geteilt (hier nochmals vielen Dank an Tom für die tolle Organisation und die Schlafgelegenheit).. So konnte ich 2 Tage ganz entspannt alles erledigen und hatte keinen Stress. Auch die Taperingeinheiten waren somit vor Ort nahe dem Geschehen. Am Morgen des Startes kam dann zwar ein wenig Nervosität aber immerhin war es ja auch die erste Langdistanz für mich. Aber im Grunde konnte mir ja nix passieren laut Aussage von meinem Coach Ralf Preissl der mich wirklich nicht nur sportlich sondern vielmehr mental super vorbereitet hatte.

Der Startschuss fiehl und bereits nach ca. 300m wurde ich in die Mangel genommen, sodass ich viel leckeres Kanalwasser schlucken musste... lecker, so lecker, dass mein Frühstück zum Fischfutter wurde. Sehr verwunderlich jedoch lief es direkt im Anschluss recht gut und ich konnte meinen ersehnten Rhytmus finden. Nach 1 Stunde und 10 min. erreichte ich den Ausstieg und ließ mir bewusst viel Zeit in der Wechselzone. So konnte ich relativ entspannt den Radkurs beginnen. Ich fühlte mich gut, jedoch ließ ich es auf Rat von Ralf etwas verhalten angehen um dann in der 2. Runde etwas Gas geben zu können. Dann passierte genau das wovor ich die meiste Angst hatte: EIN PLATTEN am Vorderrad .... „frown“-Emoticon Zum Glück war der Contipannenservice nur 1-2 KM entfernt ... Mit vollem Risiko fuhr ich auf dem platten geklebten Reifen bis dorthin und nahm den Service in Anspruch. Großer Respekt an die Jungs von Conti ...schnell, sauber und freundlich..Merci !!!! Von nun an gibts nur noch Contireifen ...!! Von da an lief es gut und ich konnte die Radstrecke ohne weitere Zwischenfälle und mit gutem Feeling hinter mich bringen. Die Freude war jedoch beim Erreichen der Wechselzone nicht all zu groß ... Der Marathon stand nun an .. 42km ... Ich wollte einfach nicht dran denken und befolgte auch hier den Rat meines Ameisenbäranführers (Insider:-) ... von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle .... Und das funktionierte auch recht gut. Leider plagten mich ab KM 8 enorme Magenprobleme ... so konnte ich meine Energie leider nicht aufs Laufen konzentrieren sondern war vielmehr damit beschäftigt wie sich mein Bauch anfühlte ... Das es nicht einfach wurde wusste ich, aber es fühlte sich an wie Sandsackschleppen ...

Hier möchte ich mich auch super mega lieb an die Unterstützung der Freunde und Trainingskollegen bedanken die mich angefeuert haben und die eine und andere Kraftreserve mobilisiert haben... !!! Merci Thorsten Faltermeier, Sabine Ebermann, Andrea Heidenberger, Sina Wolke, Frank Steffens, Petar Redstar, Nicole Bretting, ... und hoffentlich habe ich Niemand vergessen....

Der Zieleinlauf war dann aber die absolute Krönung und sämtliche Schmerzen waren vergessen ... Nach genau 11:00:00 überquerte ich die Ziellinie ... eine so genannte Punktlandung!

Emotional einfach nicht zu toppen .... und, ich werde wieder sündigen... „smile“

 

Danke explizit lieber Ralf Preissl, nur mit Deiner Unterstützung und dem saugeilen Team der laufstilanalyse.de war dies alles möglich .... Ihr seit einfach nur Top ...!!!!

 

 

Photos von den Helden von Roth (Ameisenbären):

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Consulting & Layout: Tele-Crew OHG