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Ironman Malaysia - eine harte (Kokos)-Nuss ::von Tom::

Ironman Malaysia


Vor 10 Jahren war ich das erste mal länger in Asien (Studium und Praktikum ) und da habe ich am Schluss noch Malaysia bereist, u.a. die Insel Langkawi. Seitdem war es mein größter Sporttraum, den Ironman Malaysia auf dieser Insel mitzumachen. Ich war immer wieder länger in der Region, hab auch verschiedene kurze Wettkämpfe in meiner zweiten Heimat mitgemacht, aber noch keinen dicken Brocken. Dieses Jahr sollte es endlich klappen. Der organisatorische Aufwand  war immens das ganze Equipment  nach Asien zu bringen. Aber nach 7 Wettkämpfen auf der Ironman-Distanz sollte der 8. etwas besonderes und exotisches sein.

Vorbereitung: Die Vorbereitung war hart, weil

der Wettkampf so spät im Jahr war. Ich hatte schon eine lange Triathlonsaison in den Beinen, es war dadurch nicht immer einfach sich hintenraus noch so zu motivieren auch bei Regen und Kälte im Oktober noch grosse Umfänge v.a. auf dem Rad zu trainieren, allein, weil ja alle anderen Triathleten in der Off-season waren. Dazu kam noch eine Überlastung, so dass die Teilnahme Ende September noch auf der Kippe stand. Ab dem Entschluss Ende August habe ich wie noch nie extrem konsequent und umfangreich trainiert, 8 Wochen durchgängig meine 20 Stunden runtergerisssen. Die Vorgaben von Ralf habe ich konsequent umgesetzt.

TOM

Ende Oktober wurde  der Radkoffer gepackt (danke Anton), dann ging es dann los, zuerst auf Weh Island, Nordsumatra,  Indonesien. Quasi Backpackingurlaub und Akklimatisierung in einem. In der indonesischen Pampa habe ich dann mit Hitzeläufen versucht mich auf die extremen Temperaturen vorzubereiten. Dabei musste ich aufpassen, keine Ziegen zusammenzurennen. Das Schwimmen am Hausriff vor der Unterkunft war ein Traum - bunte Fische, Korallen und Schildkröten, so macht aich mir schwimmen Spaß.Dann ging es nach Malaysia, Insel Langkawi. Hier habe ich noch einige Radkilometer in der Hitze absolviert und die wunderschöne Radstrecke durch die Reisfelder und Hügel von Langkawi abgefahren - trotz brutaler Hitze ein Traum. Der Wettkampf rückte näher... Statt den gewohnten Nudeln gab es diesesmal tellerweise Nasi Goreng - gebratenen Reis - zum Speicher auffüllen. Dann  kam der große Tag. Mit meinem "Fanclub" (Kathrin im Dirndl und mit Kuhglocken,  Schwester Carolin  und Michelle, eine gute Freundin aus Singapur) ging es um 5 Uhr Morgens mit dem Moped zum Schwimmstart. Gestartet wurde in einem Rolling Start vom Strand aus, 10 Minuten nach dem Profifeld.Genau als die Sonne hinter den Bergen rauskam sprangen wir in die warmen Fluten. Das schwimmen im warmen Meer war ein Traum, aber ohne unterstützenden Neopren und im Salzwasser doch sehr ungewohnt. Zudem machten mehrere Quallenstiche diesen Teil doch teilweise schmerzhaft. Ich bin aber sehr gut durch meine schwächste Disziplin durchgekommen, die 3,8 km schwimmen mit 2 Runden mit Landgang habe ich in 1:06 Stunden absolviert. Dann ging es auf das Rad. Von Beginn an war es extrem heiß und schwül. Oberste Priorität war bei der Hitze den Körper zu kontrollieren. Literweise isotonische Getränke, Spezialgels und Salz aufnehmen und eine Wasserflasche nach der anderen über den Kopf zum kühlen. Gut dass ich meinen Aerohelm zuhause gelassen habe. Wie schnell rinen die Hitze kaputt machen kann habe ich gemerkt, als ich rine Wasserflasche verloren habe und nur 10 Minuten bis zur nächsten Aid-Station ohne Kühlung unterwegs war. Der Körper fängt sofort zu kochen an, der Kopf scheint zu platzen. Solche Momente können einen bei diesen Temperaturen sofort zerstören. Das Radfahren auf der Insel ist was ganz anderes als bei einem Ironman zuhause. Linksverkehr, Viele LKWs und Autos auf der Straße, schlechte Straßen mit Schlaglöchern, gefährlicher Verkehr. Die Locals in den Dörfern durch die wir gefahren sind waren herzlich. Es gab mehrere Monkeyzones durch die wir geradelt sind, dort durfte man nichts essen und trinken, da einem sonst die Affen am Straßenrand nachgerannt wären. Auf dem letzten Kilometer vor der Wechselzone habe ich mich dann schon gefreut dass alles gut gegangen ist als plötzlich eine Kuhherde vor mir die Straße überquert hat und ich nochmals voll abbremsen musste - das war sehr knapp. Welcome to Asia! Beim Radfahren ging es mir wirklich sehr sehr gut und ich war mit 5:18h für die 180 km deutlich schneller unterwegs als erwartet und konnte mich weit nach vorne bringen. Meine Kühlungs- und Ernährungsstrategie ging voll auf, viele um mich rum sind schon beim Radfahren wegen der Hitze fast umgekippt.

Die Wechselzone zum Laufen war klimatisiert, als ich dann in die schwüle Hitze rausgelaufen bin blieb mir fast der Atem weg - der Temperaturschock war abartig.
Das Laufen fand in der prallen Sonne ohne Schatten statt, 2,5 Runden. Besonders die Streckenabschnitte entlang am Rollfeld des Flughafens waren extrem heiss und schwül, dafür waren die 3x am Strand entlang unter Palmen wunderschön und für mich was ganz besonderes. Meine Strategie war mi 4:40 min/km schnell zu laufen, aber dafür bei jeder Versorgungsstation zu trinken und komplett mit Eiswasser und Eis abzukühlen, was viel Zeit gekostet hat, aber überlebenswichtig war. So habe ich aber gut meinen Rhythmus laufen können, aber man meint bei Temperaturen jenseits der 40 Grad innerlich zu kochen. Zwischen Kilometer 30 und 35 kam dann ein tropisches Gewitter - die Welt ging unter. Der Starkregen gab zwar eine willkommene Erfrischung für den letzten Teil, jedoch war es dann sehr schwer auf der vollkommen überschwemmten Strecke (alles war 15cm unter Wasser) zu laufen, Die nassen Schuhe fühlten sich an wie Blei. Zum Schluss kam nochmals die Sonne raus und die Laufstrecke verwandelte sich auf einen Schlag in eine Sauna.Ich hatte aber genügend Kraft in den Beinen, die letzten Kilometer auf 4:30 aufzudrehen und trotz Hitze und 20 intensiven Abkühlungs- und Verpflegungstopps einen Marathon von 3:29h rauszuhauen. Das war echt sensationell gut. Der Zieleinlauf am Strand unter Palmen war einfach wunderschön.Mit der Gesamtzeit von 10:03 Stunden  blieb ich eine Stunde unter meiner geplanten Zeit, und bescherte mir den 8. Rang in der Altersklasse (zur Hawaiiquali hat es nicht gereicht, war aber auch nie mein Ziel), 28. bei den Amateuren und 42. Gesamt von ca 1300 Finishern.
Zusammengefasst: ein wunderschönes exotisches Erlebnis, einen Traum erfüllt, die härtesten und extremsten Bedingungnen die ich jemals hatte, eine Topform, und ein sensationelles Ergebnis, bei dem ich von meiner harten, umfangreichen Vorbereitung, konsequenter Rennstrategie und Erfahrung aus über 100 Triathlons mit 7 Ironman-Distanzen profitieren konnte. Ganz klar: Dieses Erlebnis mit so einem Ausgang war nur durch die Unterstützung von meinem Supportteam vor Ort in Dirndl und mit Kuhglocke und in der Vorbereitung durch Ralf möglich. Vor allem aber durch den Rückhalt und die Motivation durch Kathrin über einen langen Zeitraum. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Es war ein kulturelles und exotisches Erlebnis, bei dem am Ende auf der Abschlussparty am  Strand unter Palmen viele neue internationale Triathlonfreundschaften entstanden sind. Das war bestimmt nicht der letzte Exot.....


Sampai Jumpa Malaysia, sampai jumpa Asia. Pasti saya ikut lomba disana lagi. Senang penas.


THOMAS

 

 
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